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Medizinische Kompetenz rund um den Reitsport

Reiter als Athleten

Viele Reiter würden sich selbst nicht als Sportler im „klassischen Sinne“ bezeichnen, da ja das Pferd „die ganze Arbeit“ verrichtet. In den letzten Jahren hat jedoch zumindest im Elite-Reitsport ein Umdenken stattgefunden. So hat Dr. Michael Turner, der langjährige Verbandsarzt des britischen „Jockey Club“, bereits in den späten 1980’ger Jahren erkannt, dass Jockeys genauso professionell mit Ihrer Ernährung, körperlichen Fitness und Wettkampfvorbereitung umgehen müssen, wie andere Spitzensportler. Zusammen mit Princess Anne, der britischen Kronprinzessin und Mutter von Zara Phillips, hat Dr. Turner daher die Broschüre „Fit to Ride“ herausgegeben, welche heute noch als Standardwerk für Reitmediziner gilt.
Alle bekannten Studien zur Reitsicherheit belegen, dass mangelnde reiterliche Erfahrung, geringe körperliche Fitness, suboptimale Ernährung und nicht ausreichende Flüssigkeitszufuhr die Hauptrisikofaktoren für schwere Stürze und Verletzungen darstellen - insbesondere im Amateur- und Freizeitsport.
HRH Princess Anne - The Princess Royal

Reitmediziner - Steckbrief

Terminanfragen für eine reitmedizinische Beratung oder Vorbeugunngsuntersuchung bit per Kontaktformular oder direkt unter (+49) 0151 61035280.
Dr. Dißmann hat langjährige Erfahrung in der Betreuung von Elite-Sportlern:

  • Sportmedizinischer Leiter - Newcastle Falcons Rugby Club (2010-2012)
  • Mannschaftsarzt - Gateshead Thunder Rugby Club (2008-2010)
  • Verbandsarzt - England Rugby League Performance Programme (2006-2009)
  • Ärztlicher Leiter - Sportasthma-Zentrum für UK Anti-Doping (2008-2012)
  • Ärztlicher Leiter - Neurokognitives Testzentrum der British Horse Racing Association (2011-2012)
  • Medizinischer Berater - Injured Jockeys Fund und Professional Jockeys Association (2009-2012)
  • Ärztlicher Leiter - Sports Injury Clinic@Burghley Horse Trials (2008-2011)
  • Mitglied - Hamburger Arbeitsgemeinschaft für Reitsicherheit (seit 2011)
  • Ärztlicher Berater - Club Deutscher Vielseitigkeitsreiter (seit 2012)
  • Mitglied - FN Task Force zur Verbesserung der Sicherheit im Vielseitigkeitssport (seit 2014)
Diese im Spitzensport erworbene Expertise kommt Dr. Dißmann's Patienten auch im Rahmen der Betreuung von Amateur- und Freizeitsportlern zu gute. Die für den Elite-Sport geltenden medizinischen Standards sollen nämlich nach Ansicht von Dr. Dißmann auch bei allen anderen Reitern und Aktiven zur Anwendung kommen.

Sport-Commotio

Der Pferdesport gilt als eine Hochrisiko-Sportart mit einem erhöhten Verletzungspotential insbesondere für das sog. Schädelhirntrauma (SHT). Entgegen allgemeiner Annahmen sind gängige Reithelme nur bedingt in der Lage, schwere Schädelverletzungen zu verhindern bzw. zu mindern. Häufig wird zudem die Schwere des SHT unterschätzt, und verunfallte Reiter kehren viel zu früh zum Reiten zurück. Folglich kommt es nicht zu einer ausreichenden körperlichen Schonung und Folgeverletzungen sind vorprogrammiert. Zudem existierte bis vor kurzem kein verlässliches Rehabilitationsprogramm für gehirnerschütterte Sportler, um die Rückkehr zum Sport effektiver und sicherer zu gestalten. Erst vor Kurzem hat sich die American Academy of Neurology dieser Thematik gewidmet und umfangreiche Behandlungsleitlinien für die Diagnose, Akuttherapie und Rehabilitation der sportbedingten Gehirnerschütterung erstellt. Diese sind allerdings außerhalb der USA noch wenig bekannt und werden derzeit nicht flächendeckend umgesetzt.

Als ehemaliger Leiter eines neurokognitiven Testzentrums der British Horse Racing Authority hat Dr. Dißmann als einer der wenigen Sportmediziner in Deutschland breite Erfahrung mit der sog. Sport-Commotio, insbesondere im Reitsport.

Sport-Asthma

Das sog. Sportasthma betrifft mehr Reiter als bisher vermutet. Hierbei ist Sportasthma nicht mit klassischen Asthmaformen (z.B. allergisches Asthma) zu vergleichen. Sportasthma tritt bei sonst gesunden Sportlern nur unter stärkerer körperlicher Belastung auf und wird oftmals von den betroffenen Athleten gar nicht als solches wahrgenommen. Die Symptome sind meist subtil und äußern sich nur als Luftnot bei ungewohnt niedrigen Belastungsstufen, bzw. durch ein Nicht-Erreichen der gewöhnlichen Ausbelastung. Die klassische Asthmadiagnostik versagt in solchen Fällen, da Symptome eben nicht in Ruhe sondern nur unter Belastungsbedingungen und z.B. bei kalter Witterung oder geringer Luftfeuchtigkeit auftreten. Hierbei macht das Internationale Olympische Komitee (IOC) klare Vorgaben hinsichtlich der Kriterien für einen positiven Sportasthmatest.

Durch seine langjährige Erfahrung als ärztlicher Leiter eines UK Anti-Doping Sportasthma-Zentrums hat Dr. Dißmann die benötigte Ausbildung und das Equipment, um bei potentiell betroffenen Reitern zügig die Diagnose zu sichern bzw. auszuschließen.

Reiten während der Schwangerschaft

Hinsichtlich der Ausübung des Reitsports während der Schwangerschaft gibt die internationale reiterliche Vereinigung (FEI) folgende Empfehlungen:
Generell profitieren Schwangere sowohl körperlich als auch seelisch von regelmäßiger sportlicher Betätigung - so auch Reiterinnen. Jedoch sollte das Verletzungsrisiko für das ungeborene Kind und die Mutter soweit wie möglich reduziert werden. Viele schwangere Reiterinnen üben ihren Sport auch während der Schwangerschaft weiter aus. Jedoch gilt es zu bedenken, dass Reiten immer mit einem gewissen Sturzrisiko einhergeht. Zusätzlich kommt es während der Schwangerschaft zu hormonal-bedingten Veränderungen des Binde- und Stützgewebes, welche die muskulo-skelettale Stabilität beeinträchtigen können. Während des 1. Schwangerschaftsdrittels befindet sich die Gebärmutter noch innerhalb des knöchernen Beckens und der Fötus genießt somit einen „gewissen“ Schutz vor direkten Verletzungen. Dennoch besteht bei jeder Art von mütterlicher Verletzung - insbesondere wenn sich die Notwendigkeit einer OP unter Vollnarkose ergibt - ein erhöhtes Risiko für eine Fehlgeburt. Im Falle eines Sturzes sollte also immer zeitnah auch ein Gynäkologe aufgesucht werden. Reiterinnen mit einer sog. Risiko-Schwangerschaft wird generell empfohlen, das Reiten vorübergehend einzustellen und auf Sportarten mit geringerem Sturz-/Verletzungsrisiko auszuweichen. Letztendlich verbleibt die Entscheidung, ob und wie lange während der Schwangerschaft weitergeritten wird, aber immer bei der Reiterin.

Dr. Dißmann hat langjährige Erfahrung in der Betreuung von Sportlerinnen, z.B. als Mannschaftsarzt der England-Damen-Rugby-Nationalmannschaft. Zusätzlich hat Dr. Dißmann im Rahmen seiner medizinischen Weiterbildung das Diplom des Royal College of Obstetricians and Gynaecologists (DRCOG) - also der britischen Fachgesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe - erworben. Diese Expertise steht Reiterinnen im Rahmen einer individuellen Beratung selbstverständlich zur Verfügung.

Wettkampfbetreuung

Die Erfahrungen der Sports Injury Clinic@Burghley Horse Trials belegen deutlich, dass Reiter oft mit chronischen oder noch nicht vollständig ausgeheilten akuten Verletzungen in den Wettkampf gehen. Nicht selten kommt es hierdurch zu muskulären Verspannungen und/oder Imbalancen. Kein Besitzer würde sein Pferd noch verletzt oder angeschlagen in den Wettkampf schicken, dennoch scheint dies für Reiter völlig akzeptabel zu sein. Leider verzögert der Reiter mit solch einem Verhalten nicht nur die eigene Genesung und Ausheilung sondern hindert zudem das Pferd daran, eine optimale Leistung abrufen zu können. Viele Studien belegen, dass muskuläre Schwächen oder Verspannungen des Reiters, sich negativ auf die Rückenmuskulatur und somit die Durchlässigkeit und Rittigkeit des Pferdes auswirken.

Dr. Dißmann hat langjährige Erfahrung als Mannschaftsarzt von mehreren Elite-Rugbymannschaften, als ärztlicher Berater des Injured Jockeys Fund und der Professional Jockeys Association sowie als Leiter der Sports Injury Clinic@Burghley. Diese Expertise steht Reitern im Rahmen einer individuellen Betreuung zur Wettkampfvorbereitung zur Verfügung.
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